Sexuelle Selbstbestimmung

Paragraf 219a StGB – was geht eigentlich ab?

Es ist erst knapp eine Woche her, dass in mehr als 30 Städten, über die ganze Bundesrepublik verteilt, Menschen auf die Straße gegangen sind und für eine Streichung des Paragrafen 219a demonstriert haben. – Wir erinnern uns: Paragraf 219a, jener Paragraf, der es bis heute verhindert, dass Ärzt*innen darüber informieren können, dass sie Schwangerschafs-abbrüche anbieten und nach welchen Methoden. Jetzt hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorgelegt, den sie als Lösung für die Debatte um 219a inszeniert. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier. mehr lesen

Quo vadis? § 219a: gesellschaftspolitische Lage und Ausblick

Im Herbst letzten Jahres wurde die Gießener Ärztin Kristina Hänel verurteilt, weil sie auf ihrer Homepage angibt, Schwangerschaftsabbrüche zu machen. Seither ist der Paragraf, der genau dies verbietet ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Heute (27.06.2018) wird der Paragraf 219a in einer öffentlichen Anhörung im Rechtsausschuss behandelt. Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft zuvor zu einer Aktion vor dem Bundestag auf. Um zu wissen wo es hingeht, lohnt sich ein kurzer Blick zurück:

Was bisher geschah…

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Alle Jahre wieder: Fundis den Marsch blasen – Sexuelle Selbstbestimmung verteidigen

Sie kämpfen gegen „Gender-Ideologie“ und „Homo-Ehen“. Schwangerschaftsabbrüche sind für sie „Mord“. Am 16. September findet in Berlin wieder der „Marsch für das Leben“ statt. Die Zahl der Teilnehmenden wird immer größer. Sie behaupten „Ja zu jedem Kind“ zu sagen. Eigentlich sagen sie aber „Nein“. Sie sagen „Nein“ zu dem Recht, selbst über den eigenen Körper und das eigene Leben bestimmen zu können – immer, auch in der Schwangerschaft.

“In dieser Gesellschaft haben immer noch nicht alle verstanden, dass unsere Bäuche nur uns gehören.”, schreibt Rhea Niggemann

 

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Aktivistischer Countdown für Feminist*innen

Liebe Aktivist*innen,

ab jetzt seid ihr gefragt, denn in Berlin wird so einiges los sein! Am Samstag (16.09.) werden die christlich-fandamentalistischen Abtreibungsgegner*innen ihren Schweigemarsch mitten in Berlin begehen. Wir werden das zum Anlass nehmen, um auf die Straße zu gehen, laut zu sein und sexuelle Selbstbestimmung für alle Menschen einzufordern. Wir fordern einen legalen und sicheren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen für alle schwangeren Personen. Außerdem stellen wir uns ganz klar gegen die traditionellen Rollen- und Familienbilder, welche die christlichen Fundis und ihre Freund*innen bei der AfD und CDU/CSU vertreten. Für uns ist klar, sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, das wir stärker einfordern und verteidigen müssen.

Folgende Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der Mobilisierung gegen den Marsch der Abtreibungsgegner*innen können wir euch noch in diesen letzten Tagen empfehlen! Da ist für jede*n was dabei – von Protest-Feierei über Podiumsdiskussion.

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Sieben Jahre später ist das schlechte Gewissen weg

Bericht über einen Schwangerschaftsabbruch

Schwangerschaftsabbruch als Teenager. Jahre später weiß unsere Gastautorin: Das war die richtige Entscheidung.

 

Ich war 14, er war 19. Wir benutzen ein Kondom. Es riss. Am nächsten Morgen ging ich zum Arzt und ließ mir die “Pille danach” verschreiben. Als ich meine Periode nicht bekam und mich merkwürdig fühlte, kaufte ich mir einen Test: positiv. Ich kaufte mir noch einen. Wieder positiv. Zuerst erzählte ich ihm davon, dass ich schwanger sei. Ich hörte danach nie wieder etwas von ihm.

Mir war klar, dass ich abtreiben musste.

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Nicht der Geldbeutel sollte entscheiden

Kondom, Pille oder doch lieber Spirale? Eigentlich sollte diese Entscheidung allein die betroffene Person fällen, denn selbstbestimmte Familienplanung ist ein Menschenrecht. In der Praxis scheitert die Wahl des individuell passenden Verhütungsmittels jedoch häufig am Geldbeutel. Denn ab dem 21. Lebensjahr müssen Verhütungsmittel in Deutschland aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Das ist für Menschen mit geringem Einkommen oft eine große finanzielle Belastung. Für sie ist der selbstbestimmte Zugang zu einem zuverlässigen Verhütungsmittel ihrer Wahl eingeschränkt.

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