Gender-Mainstreaming

Fuck off, „Gender-Symposium“!

Seit mittlerweile fast zwei Jahren müssen wir uns in Stuttgart mit der „Demo für Alle“ herumplagen. In unregelmäßigen Abständen trifft sich hier eine gefährliche Mischung aus Homo-, Bi-, und Trans*phoben, Antifeminist*innen, evangelikalen Fundamentalist*innen und Rechtspopulist*innen. Von einem lächerlich kleinen Haufen haben sie sich im Laufe der Zeit zu einer Kundgebung mit zuletzt fast 5.000 Teilnehmenden gewandelt. Gleich geblieben sind ihre kruden, patriarchalischen Ansichten zu Familien- und Frauen*politik.

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5 Gründe, warum der Papst kein Grüner ist

Der Papst hat eine Öko-Enzyklika veröffentlicht, in der er sich für Klimaschutz ausspricht. Auf der Website der Grünen wird dazu kommentiert:„5 Gründe, warum der Papst ein Grüner ist“ und sein Einsatz für Klimaschutz hervor gehoben.1 Sich nur die Klimarosinen rauspicken und den Rest unerwähnt lassen, geht nicht! Der Papst ist kein Grüner, egal ob er Klimawandel, Fischsterben und Ausbeutung von Textilarbeiter*innen kritisiert.

5 Gründe, warum der Papst kein Grüner ist

1. Der Papst ist gegen körperliche Selbstbestimmung. Schwangerschaftsabbrüche, egal unter welchen Umständen, sind für den Vatikan ein No-Go. In der Enzyklika heißt es, Schwangerschaftsabbrüche seien nicht mit Umweltschutz vereinbar (ja, wirklich!).

Marsch für das Leben 2013, Berlin, CC BY-NC-ND 2.0 daveshine

Abtreibungsverbote töten Schwangere. CC BY-NC-ND 2.0 daveshine

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Gleichberechtigung: Ein haariges Thema

Erst vor kurzem bin ich wieder einmal bei einem Interview auf meine Haare angesprochen worden. Ob ich sie nicht doch lieber abschneiden lassen möchte. Warum sollen Männer denn keine langen Haare haben? Ernsthaft? Ist das immer noch ein Thema? Ja, leider. Auch für uns Männer.

Vielleicht kann ich daher ein bisschen erahnen, wie es ist auf Äußerlichkeiten (meine Haare) reduziert zu werden. Erst am Montag musste ich mir von Herrn Kubicki bei „Hart aber Fair“ wieder einen dummen Spruch anhören. Wie sich das für Frauen anfühlt, denen das permanent, abwertend und anzüglich passiert, kann ich natürlich nicht wissen. Dass es leider selbst nach drei großen und wichtigen Wellen der Frauenbewegung immer noch ein Thema ist, zeigen Umfragen: 55 Prozent der Frauen haben letztes Jahr angegeben, dass wir weiterhin in einer männlich dominierten Gesellschaft leben, in der Frauen immer wieder Erfahrungen mit Sexismus machen. Obwohl doch spätestens seit der #aufschrei-Debatte in der letzten männlichen Gehirnzelle endlich angekommen sein sollte, wie und wie oft Frauen im Alltag Sexismus ausgesetzt sind. Es ist wirklich frustrierend, dass wir zwei Jahre später dennoch nicht viel weiter sind. Wie Anne Wizorek am Montag erneut darlegen musste, wird erschreckenderweise dann auch noch versucht, den von Frauen erlebten Sexismus zu relativieren oder ihn gar als Kompliment umzudeuten.

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Die Hälfte der Macht – auch den Mädchen

Zum Dritten Internationalen Mädchentag am 11. Oktober 2014

Mädchen sind anders – Jungs auch? Zumindest werden Mädchen bis heute weltweit benachteiligt. Seit 2012 gibt es deshalb den internationalen Mädchentag der Vereinten Nationen. Man hat erkannt, dass explizite Mädchenpolitik ein wichtiger Baustein ist, um die Milleniumsziele und eine weltweite Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen zu erreichen. Allem voran ist Bildungspolitik gleich Mädchenpolitik, denn in vielen Ländern dieser Welt ist die Alphabetisierungsrate von Frauen und Mädchen wesentlich geringer, als die von Männern. Frauen gehen kürzer zur Schule und leisten in viel höherem Maße ab dem Kindesalter unentgeltliche Care-Arbeit. Die Folge sind eine schlechtere wirtschaftliche Stellung und das Fehlen von Wissen und Ressourcen für Empowerment.

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Mythos „Geschlechtsneutralität“

EU-Förderung muss mindestens zur Hälfte bei Frauen ankommen!

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte auf Landes- und Kommunalebene haben einen wichtigen Job: Sie dürfen nicht länger die Geschlechterneutralität von EU-Wirtschaftsförderung akzeptieren. Die Verteilung öffentlicher Gelder verlief noch nie geschlechterneutral. Doch leider scheinen nur wenige EU-Mitgliedstaaten Gender Mainstreaming als Grundsatz der Europäischen Strukturfonds ernst zu nehmen. Auch die Europäische Kommission nutzt ihre Kontrollmöglichkeiten kaum und akzeptiert stillschweigend beim letzten Siebenjahres-Programm 2007-2013, dass in Deutschland die meisten Bundesländer Gender Mainstreaming als “automatisch wirkend” definieren und auf spezifische Maßnahmen zur Überwindung der Benachteiligung von Frauen verzichteten. Doch die Annahme des automatischen Wirkens ist durch keinerlei Genderanalyse gestützt!

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