Wir müssen mal reden.

Über Feminismus. Unsere Rechte. In jedem Lebensbereich.
Und du bist kein_e Zuschauer_in. Du spielst die Hauptrolle.
Denn es geht hier um dein Leben. Deine Gesellschaft.

Sieben Jahre später ist das schlechte Gewissen weg

Bericht über einen Schwangerschaftsabbruch

Schwangerschaftsabbruch als Teenager. Jahre später weiß unsere Gastautorin: Das war die richtige Entscheidung.

 

Ich war 14, er war 19. Wir benutzen ein Kondom. Es riss. Am nächsten Morgen ging ich zum Arzt und ließ mir die “Pille danach” verschreiben. Als ich meine Periode nicht bekam und mich merkwürdig fühlte, kaufte ich mir einen Test: positiv. Ich kaufte mir noch einen. Wieder positiv. Zuerst erzählte ich ihm davon, dass ich schwanger sei. Ich hörte danach nie wieder etwas von ihm.

Mir war klar, dass ich abtreiben musste.

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Nicht der Geldbeutel sollte entscheiden

Kondom, Pille oder doch lieber Spirale? Eigentlich sollte diese Entscheidung allein die betroffene Person fällen, denn selbstbestimmte Familienplanung ist ein Menschenrecht. In der Praxis scheitert die Wahl des individuell passenden Verhütungsmittels jedoch häufig am Geldbeutel. Denn ab dem 21. Lebensjahr müssen Verhütungsmittel in Deutschland aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Das ist für Menschen mit geringem Einkommen oft eine große finanzielle Belastung. Für sie ist der selbstbestimmte Zugang zu einem zuverlässigen Verhütungsmittel ihrer Wahl eingeschränkt.

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Warum Frauenfußball eine emanzipatorische Erfolgsgeschichte ist – eigentlich

Frauen haben sich ihren Platz auf dem Platz erkämpft. Und das gegen beträchtliche Widerstände. Das hat auch deshalb eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung, weil die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs weit über das rein Sportliche hinausgeht. Sport ist Teilhabe am öffentlichen Leben und diese ist für Frauen leider noch nicht überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit. Insbesondere sogenannte „Männersportarten“ stellen besondere Bastionen des Patriarchats dar. Wenn diese aber durchlässiger für Frauen werden, dann wandeln sich auch gesamtgesellschaftlich Geschlechtervorstellungen – oder werden zumindest durchlässiger.

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Wenig Spaß und schlechte Unterhaltung

Unterhaltung. Wenn es dabei um den Genuss von Film und Fernsehen geht, ist das mit der Unterhaltung für Feminist*innen gar nicht so einfach. Das Warum wurde letzte Woche von einer neuen Studie der Universität Rostock in kalten Zahlen auf den Punkt gebracht: Im deutschen Film und Fernsehen sind zentrale Figuren und Hauptrollen doppelt so häufig männlich – auf jede Frau kommen zwei Männer.

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Grüner 10-Punkte-Plan: 11. Feminismus

CC BY-NC-ND 2.0 by Jay Morrison https://www.flickr.com/photos/artiseverywhere/

 

Die grünen SpitzenkandidatInnen Katrin Göring-Eckhardt und Cem Özdemir haben gestern den “Zehn-Punkte-Plan für grünes Regieren” vorgestellt. Leider fehlt ein Punkt, den ich hiermit nachreiche: Feminismus. Als Regierungsvorhaben formuliert heißt das: “Geschlechtergerechtigkeit endlich verwirklichen!”

Während wir Grüne uns fragen, ob unsere Themen gerade “der heiße Scheiß” sind, ist es mit dem Feminismus fast schon umgekehrt, viele Aktivistinnen machen sich sorgen, dass feministische Slogans zu sehr vom Mainstream vereinnahmt und kommerzialisiert werden. Was bitte beweist besser, dass ein Thema heiß ist, als dass H&M es auf T-Shirts druckt?! Und welche Partei ist feministischer als die Grünen, die sich seit ihrer Gründung explizit für frauen*politische Anliegen engagieren?

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Die Pille als Lifestyle-Produkt. Ernsthaft?

Abbey Lossing pattern pills pill GIF

via giphy

Reine Haut und schöne Haare – was nach einem Versprechen der Werbebranche klingt, dient regelmäßig als Argument für Gynäkolog*innen, hormonelle Verhütung zu verschreiben. Die Mehrheit insbesondere junger Frauen greift auf die Pille zurück. Sie gilt als besonders sicher und einfach zu handhaben, der sogenannte Zyklus (ein richtiger Zyklus findet ja gar nicht mehr statt, sondern wird dem Körper nur noch vorgetäuscht) werde regelmäßiger, die Menstruation weniger stark und eventuelle Schmerzen nähmen ab. Außerdem wird mit der Aussicht auf anwachsende Brüste, weniger Akne und Körperbehaarung gelockt. Was von Pharmaindustrie und Gynäkolog*innen als All-in-one-Lifestyle-Produkt angepriesen wird, dient bei näherer Betrachtung vor allem der Abwertung der Körper von Frauen*. Was einst als Durchbruch zur sexuellen Selbstbestimmung von Frauen* gefeiert wurde, dient heute dem Zwang zur Selbstoptimierung entlang sexistischer Leitbilder sowie der Entfremdung vom eigenen Körper.

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