Wir müssen mal reden.

Über Feminismus. Unsere Rechte. In jedem Lebensbereich.
Und du bist kein_e Zuschauer_in. Du spielst die Hauptrolle.
Denn es geht hier um dein Leben. Deine Gesellschaft.

Kein Schritt vor, viele Schritte zurück

31 % der neuen Abgeordneten sind Frauen. Damit werden im nächsten Bundestag mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen sitzen. Diese Zahl ist ein harter Schlag für alle, die in den letzten Jahren für Gleichberechtigung gekämpft haben, und hoffentlich ein Weckruf für die, die dachten Frauen wären bereits vollkommen gleichgestellt. 31 % das ist ein klarer Rückschritt. So gering war der Frauenanteil das letzte Mal 1998, also vor 19 Jahren. Dieses Ergebnis ist nicht einfach nur ein Zufall, sondern Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Rechtsrucks, der an der Wahlurne mehr als deutlich wurde.

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Ich habe abgetrieben

Ich habe abgetrieben. Eigentlich rede ich darüber nicht. Ich kann mich nicht mal „outen“, wenn ich mit guten Freund*innen über das Thema sexuelle Selbstbestimmung spreche. Innerlich schreie ich: „Ich habe abgetrieben!“. Doch raus kommen nur Fakten, über die aktuell beschissene Lage des Verfahrens oder wie scheiße die Gesellschaft darauf reagiert und dass es nach wie vor ein Tabu ist. Und dann ärgere ich mich über mich selbst, dass auch ich den Mund nicht aufmache, dass ich damit nicht versuche, es zu enttabuisieren und es damit vielleicht nur ein kleines bisschen einfacher mache, darüber zu sprechen.

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Alle Jahre wieder: Fundis den Marsch blasen – Sexuelle Selbstbestimmung verteidigen

Sie kämpfen gegen „Gender-Ideologie“ und „Homo-Ehen“. Schwangerschaftsabbrüche sind für sie „Mord“. Am 16. September findet in Berlin wieder der „Marsch für das Leben“ statt. Die Zahl der Teilnehmenden wird immer größer. Sie behaupten „Ja zu jedem Kind“ zu sagen. Eigentlich sagen sie aber „Nein“. Sie sagen „Nein“ zu dem Recht, selbst über den eigenen Körper und das eigene Leben bestimmen zu können – immer, auch in der Schwangerschaft.

“In dieser Gesellschaft haben immer noch nicht alle verstanden, dass unsere Bäuche nur uns gehören.”, schreibt Rhea Niggemann

 

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Marsch für das Leben? Nein Danke.

2015 wurde Volker Beck vom Marsch für das Leben um ein Grußwort gebeten. Das Grußwort sorgte allerdings für wenig Freude bei den Veranstaltern. In diesem Jahr gab es wieder eine Einladung – und auch eine Antwort, die wir hier veröffentlichen.

Einladung zum Marsch für das Leben an Volker Beck.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben mich eingeladen, Ihren sogenannten „Marsch für das Leben“ zu unterstützen. Vielen Dank für Ihr Schreiben.

Ich werde an Ihrem Marsch – wie auch in den vergangen Jahren – nicht teilnehmen, sende Ihnen aber gern dieses Grußwort verbunden mit der Unterstützung für die Anliegen  des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung und einem klarem Bekenntnis zur Würde und zum Recht auf Leben eines jeden Menschen.

Menschliches Leben vor Angriffen im Namen von Nützlichkeitsüberlegungen schützen ist wichtig, gerade wenn wir über PID oder Sterbehilfe diskutieren. Jeder Mensch ist gleich wertvoll, hat gleiche Würde und gleiche Rechte und jedes Leben den gleichen Anspruch auf Schutz. Ich setze mich daher ein für die Rechte von Sterbenden, von Schwangeren und von Kindern – an der Seite von zahlreichen Feminist*innen, die gegen Ihren Marsch auf die Straße gehen werden. mehr lesen

Aktivistischer Countdown für Feminist*innen

Liebe Aktivist*innen,

ab jetzt seid ihr gefragt, denn in Berlin wird so einiges los sein! Am Samstag (16.09.) werden die christlich-fandamentalistischen Abtreibungsgegner*innen ihren Schweigemarsch mitten in Berlin begehen. Wir werden das zum Anlass nehmen, um auf die Straße zu gehen, laut zu sein und sexuelle Selbstbestimmung für alle Menschen einzufordern. Wir fordern einen legalen und sicheren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen für alle schwangeren Personen. Außerdem stellen wir uns ganz klar gegen die traditionellen Rollen- und Familienbilder, welche die christlichen Fundis und ihre Freund*innen bei der AfD und CDU/CSU vertreten. Für uns ist klar, sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, das wir stärker einfordern und verteidigen müssen.

Folgende Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der Mobilisierung gegen den Marsch der Abtreibungsgegner*innen können wir euch noch in diesen letzten Tagen empfehlen! Da ist für jede*n was dabei – von Protest-Feierei über Podiumsdiskussion.

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Sieben Jahre später ist das schlechte Gewissen weg

Bericht über einen Schwangerschaftsabbruch

Schwangerschaftsabbruch als Teenager. Jahre später weiß unsere Gastautorin: Das war die richtige Entscheidung.

 

Ich war 14, er war 19. Wir benutzen ein Kondom. Es riss. Am nächsten Morgen ging ich zum Arzt und ließ mir die “Pille danach” verschreiben. Als ich meine Periode nicht bekam und mich merkwürdig fühlte, kaufte ich mir einen Test: positiv. Ich kaufte mir noch einen. Wieder positiv. Zuerst erzählte ich ihm davon, dass ich schwanger sei. Ich hörte danach nie wieder etwas von ihm.

Mir war klar, dass ich abtreiben musste.

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