Zum Heulen

Wie sich die Zeiten (gar nicht) ändern

Am vergangenen Sonnabend fand der sogenannte Marsch für das Leben durch das Berliner Regierungsviertel statt. Dabei wurde ein generelles Verbot aller Abtreibungen nicht nur für Deutschland sondern für ganz Europa gefordert, gleichgeschlechtliche Liebe verunglimpft und der Schutz der traditionellen Familie und des „Lebens“ gefordert.

Angeblich 5.000 Frauen, Männer und Kinder nahmen daran teil. Sie trugen weiße Kreuze, Plakate mit Bildern von Embryos, riefen Parolen von „Müttern als Mörderinnen“ und setzen Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust gleich.

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Tausend Kreuze in die Spree – Warum wir die AfD nicht als “eurokritisch” verharmlosen sollten

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung - Demo-Poster 2014

Poster Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung für Kundgebung 2014

Bei dem sogenannten ‚Marsch für das Leben‘ [früher ‘1000 Kreuze für das Leben’] in Berlin demonstrieren jährlich immer mehr Menschen für ein Abtreibungsverbot und gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen. Es sind vor allem evangelikale Gruppen, die die Demonstration organisieren und bewerben [mehr zu den Evangelikalen und ihrem wachsenden Einfluss zeigt eine ARD-Doku, nach deren Ausstrahlung der Sender mit einem Shit-Storm überzogen wurde]. Unterstützt werden sie dabei von ganz oben – und damit ist keine überirdische Macht gemeint, sondern die Grußworte der letzten Jahre von Bundesminister*innen und anderen Unionspolitiker*innen sowie Kirchenoberen. Dieser Marsch für Intoleranz hat beispielsweise auch 2010 organisatorische Unterstützung der Katholischen Kirche in Berlin erhalten. mehr lesen

Hört auf damit!

Lange hatte ich mit Feminismus nicht viel am Hut. Ich wusste gar nicht, was das ist. Klar bekam ich mit, dass vor allem Männer mir die Tür aufhielten, auf den Arsch hauten, doofe Kommentare abließen. Aber was war dabei? Es gehörte halt zu meinem Leben. So, wie es zu dem Leben meiner Freundinnen gehörte.

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Was mich müde macht

Als ich von diesem neuen Blog gelesen habe, grün und feministisch, da dachte ich: geil. Ich werde einen geistreichen, satirischen Text schreiben. Wütend und klug und humorvoll. Und ich werde erzählen von den kleinen Sexismen des Alltags, die ich mithilfe meines scharfen Verstandes tagein, tagaus als solche entlarve.
Stark werde ich mich fühlen und frei.
Aber dann gibt es so Wochen, da scheinen sie sich zu häufen diese kleinen Sexismen zu einer Art Gesamteindruck.
Und dann bin ich manchmal zu müde, um humorvoll und wütend zu sein.

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Vive la Tussiphobie!

Oder: Warum Wortverdrehungen auch keine Lösung sind

Ach, Menno. Schon wieder ein Buch, das ich nicht lesen werde. Und dazu noch ein kämpferisches und nett in der Schreibe. Es hat so einen herrlichen Titel. „Tussikratie: Warum Frauen nichts falsch und Männer nichts richtig machen können“. Die Autorinnen, Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling, sind – wie könnte es auch anders sein – Journalistinnen. Sie wissen, dass spritzige Titel, die zum Widerspruch reizen, gerade im Trend sind. Und sie wissen auch, dass ihre mutmaßlichen LeserInnen sich gerne aufregen und dann in dieses Internetz reinschreiben. So wie ich jetzt. Trotzdem habe ich so mein Problem mit dem Schwarz-Weiß-Spiel und auch der Umwidmung von Begriffen mit unlauteren Mitteln.

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Nicht Trolle, sondern hate speech

Was Hass im Netz mit gesellschaftlichen Strukturen zu tun hat

Trolle – damit sind im Netz Personen gemeint, die gezielt und immer wieder konstruktive Diskussionen in Kommentarspalten von Blogs stören und verhindern. Oft passiert dies zum Beispiel durch Nonsens-Fragen oder Bemerkungen, die von der eigentlichen Diskussion ablenken und den Blogeintrag und die darunter geführte Diskussion lächerlich machen. Im Zusammenhang mit vielen Kommentaren in feministischen und antirassistischen Netzkontexten passt der Begriff „Troll“ und dessen Bedeutung nicht. Vielmehr muss hier von hate speech und gezielten, gewaltvollen Beschimpfungen und Diskriminierungen gesprochen werden, um die Heftigkeit und Bandbreite von Hasskommentaren zu benennen und zu erfassen, mit denen sich Blogger_innen täglich auseinandersetzen müssen.

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