Author - Fröllein Tomata

TRANS DAY OF VISIBILITY 2017 – Jetzt rede ich!

Liebe Cis-Personen,
manchmal könnt ihr ganz schön anstrengend sein mit eurer Neugier, vielen Fragen oder langen Diskussionen darüber, wer und was sich jetzt eigentlich Mann und Frau nennen darf. Neugier und Interesse gibt uns aber auch die Chance ein wenig mehr Aufklärung für unsere Community zu betreiben.

Für viele ist das nicht neu, aber kleine Erinnerungen haben ja bekanntlich noch nie geschadet – deswegen habe ich hier eine kleine Liste mit Dingen, die ich euch gerne mitgeben möchte:

NATÜRLICHKEIT
„Trans*personen sind wider die Natur!“ Argh. Was ist mit deinen industriell gefertigten Klamotten oder deiner Plastikflasche: Sind die natürlich? Nein, im Ernst: Das landläufige Konzept von Geschlecht, das Menschen in (geborene) Männer und Frauen einteilt, ist unterkomplex. Wer hier mit Natürlichkeit und Widernatürlichkeit argumentiert, sollte sich schlicht einmal mit verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven auseinandersetzen. Auch die Biologie, die für solche rückwärtsgewandten Argumentationen manchmal herhalten muss, kennt mehr Kategorien als Mann und Frau und zeigt uns, dass Geschlecht aus vielen Ebenen besteht. Das genetisch-chromosomale Geschlecht ist eine Kategorie, das hormonelle eine andere und auch neurologisch (it’s all about the brains) umfasst ein weites geschlechtliches Spektrum. Auch wer sich mit kritischen soziologischen oder kulturwissenschaftlichen Ansätzen auseinandersetzt: Die Ordnung Mann-Frau ist keinesfalls gottgegeben, sondern gesellschaftlich konstruiert.

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Der stille Erfolg – Allein unter Frauen

Eine genderqueere Coming-Out Story: Teil 2

Über drei Jahre sind vergangen seit das Amtsgericht Köln positiv über meinen Antrag auf Namens- und Personenstandsänderung entschied. Wortwörtlich hieß es darin: „[Es] ist davon auszugehen, dass sich das Zugehörigeitsempfinden zum weiblichen Geschlecht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern wird.“ Ein Jahr später folgte eine geschlechtsangleichende Operation, die meine körperliche Realität dem anpassen sollte, was ich schon immer fühlte. Seitdem traue ich mich endlich im Bikini an den Strand, mich nackt im Spiegel anzuschauen und sexuelle Erfahrungen zu sammeln.

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Der stille Erfolg – Ich bin hier, wer noch?

Eine genderqueere Coming-Out Story: Teil 1

Liebe Frauen, ich bin eine von euch – und doch war mein Weg hier her ein ganz anderer.

Die Frage nach der eigenen Identität. Das war eine Frage, die in meinem Leben immer eine zentrale Rolle gespielt hat. In vielerlei Hinsicht war ich schon immer eine Träumerin, von Kindesbeinen an hat sich ein Teil meines Lebens immer im Kopf abgespielt, abgekoppelt von der Realität. Nach außen hin bin ich für viele meiner Mitmenschen eine Abenteurerin, vielleicht auch eine Weltenbummlerin, denn in letzter Zeit bin ich viel rumgekommen in Europa, obwohl ich den Rest meines Lebens immer im behüteten Rheinland verbracht habe und mich nie ganz traute, dieser vertrauten Welt den Rücken zu kehren.

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