3 Fragen an Terry Reintke

Person of the Year 2017 mit der #MeToo Kampagne

Anfang der Woche kürte das Time Magazine die Protagonist*innen hinter der #MeToo Kampagne zur diesjährigen Person of the Year. Mit dabei ist auch unsere vielfache Gastautorin Terry Reintke. Herzlichen Glückwunsch!

Wir haben Terry dazu befragt:

Wie hast du davon erfahren, dass du mit der #MeToo-Kampagne Time Magazin Person of the year wirst?

Am Tag, als die Auszeichnung bekannt gegeben wurde. Ich war zwar schon vorher interviewt worden, aber meine Info war bis dato, dass es sich dabei um einen Artikel zu dem Thema handeln würde. Ich halte die Entscheidung, die #metoo Kampagne auszuzeichnen, für absolut richtig. Die vielen Frauen und Menschen, die sich getraut haben, Teil einer Bewegung zu werden, um strukturelle Probleme anzugehen, haben Mut und Durchsetzungskraft bewiesen. Das sollte anerkannt werden.

Was bedeutet die #MeToo-Kampagne für dich? 

Für mich ist die Kampagne ein Beweis, dass es sich lohnt, die Stimme zu erheben. Diese Erfahrungen – Sticheleien bis hin zu schweren Straftaten – dürfen nicht länger unter den Tisch gekehrt werden. Wir haben den vielen mutigen Frauen, die für ihre Rechte gekämpft haben, so viel zu verdanken. Jetzt ist es an uns, Gesellschaft zu verändern und für eine gerechtere Welt zu streiten. #metoo ist für mich ein Ausdruck dieser neuen, starken feministischen Bewegung, die sich gegen den Backlash und das Patriarchat stellt.

Wie geht es nach #MeToo weiter? 

Die Zeugnisse der vielen Frauen und Menschen waren unfassbar wertvoll, aber jetzt brauchen wir Taten. Legislative Initiativen wie eine europäische Richtlinie gegen Gewalt an Frauen wäre ein solcher Schritt. Wir müssen allerdings auch die Debatte zu den Fragen, was sexuelle Belästigung bedeutet, was sexuelle Übergriffe mit den Betroffenen machen und zum Beispiel auch wie Männer stärker Teil der Bewegung werden müssen, weiterführen.

Ein Paar Worte über...

Team Gruen ist lila
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