Solidarisch gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt

#metoo

#metoo stärkt die Solidarität zwischen Frauen, die Seite an Seite stehen und die männliche Übergriffe benennen. Das macht sie zu Verbündeten. Sie brechen Tabus, denn es ist schambesetzt und kostet viel Mut, über sexualisierte Gewalt und über persönliche Verletzungen zu berichten.

#metoo zeigt den Betroffenen: du bist nicht allein, sexuelle Belästigung und Diskriminierung sind keine Seltenheit und vor allem – sie sind nicht in Ordnung. Damit muss sich keine Frau abfinden.

#metoo hat uns nicht überrascht. Wer Frauen zuhört und genau hinschaut weiß, dass Sexismus und Gewalt gegen Frauen existiert. Es hat uns dennoch entsetzt, da es uns aufs Neue vor Augen führt, wie viele Frauen von sexualisierter Gewalt und Sexismus betroffen sind. Sexistisches und grenzüberschreitendes Verhalten ist nach wie vor Normalität.

Was können wir tun?

Es gibt Handlungsmöglichkeiten um Sexismus und sexualisierte Gewalt in der Gesellschaft zu bekämpfen. Dafür machen wir uns stark:

# Prävention und Bildung. Gerade jetzt, wo die Digitalisierung der Bildung vorangetrieben wird, brauchen wir Medienpädagog*innen, die Schülerinnen und Schülern grenzachtendes Verhalten beibringen.

# Beratung und Information im Netz. Wir brauchen Anlaufstellen, die bei Hass und Sexismus im Netz beraten und unterstützen. Freiheit und Recht im Netz müssen gestärkt und Hate Speech – wovon Frauen und Mädchen überdurchschnittlich häufig betroffen sind – aktiv bekämpft werden.

# Ansprechpersonen in Unternehmen, Schulen und Parteien. Im Umgang mit Sexismus und sexualisierter Gewalt geschulte Personen an die sich Betroffene wenden können sind notwendig, damit Betroffene Unterstützung erhalten. Und sie signalisieren: Wir dulden hier kein sexistisches Verhalten und sind solidarisch mit Betroffenen.

# Schutz vor Gewalt. Politik muss Frauenrechte und Minderheitenschutz ernst nehmen und sichtbar machen. Denn Diskriminierungen und Herabwürdigungen auf Grund des Geschlechts sind keine Kavaliersdelikte. Von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen brauchen sicheren Schutz und Beratung. Dafür brauchen wir eine sichere Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsstellen unter Beteiligung des Bundes. Außerdem muss die Istanbul Konvention ohne Vorbehalte umgesetzt werden.

# Gleichstellung in Arbeit und Gesellschaft. Das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) hat für die rechtliche Bekämpfung diskriminierender Strukturen wichtige Arbeit geleistet. Nach über zehn Jahren muss es reformiert und verbessert werden, damit Diskriminierung effektiv bekämpft werden kann. So muss beispielsweise ein umfassendes Verbandsklagerecht und eine Erfassung von Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität eingeführt werden. Außerdem muss die Antidiskriminierungsstelle des Bundes personell besser ausgestattet, deutlich stärker unterstützt und gesichert werden.

# Sexistischer Werbung entgegentreten. Werbung greift aktiv in unsere Vorstellungen von Geschlechterrollen ein und beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln. Es sind fast immer Frauen, die uns gerne auch nur knapp bekleidet und oft als „Dekoration“ von Plakaten entgegen lächeln. Sie werden als sexuell verfügbar dargestellt und wecken Assoziationen wie „nicht kompetent“ und „dümmlich“. Vor allem Mädchen und jungen Frauen wird es dadurch erschwert ein positives und starkes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Zudem wirkt es einem respektvollen Miteinander aktiv entgegen.

# Mehr Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft, Arbeitswelt und Politik. Von der Spitze bis zum mittleren Management. Frauen, die Führungsverantwortung übernehmen, sollen nicht länger die Ausnahme sein. Die Frauenquote ist ein effektives Instrument, denn freiwillig wird sich hier nichts ändern. Mit der Normalität der weiblichen Führung verändert sich Unternehmenskultur und stellt mehr Ausgewogenheit her. Darum sollte es gehen. Sexismus und Diskriminierung kann man nicht weiter hinnehmen oder dulden – auch nicht zum „Spaß“.

Ein Paar Worte über...

Gesine Agena und Ulle Schauws
Gesine Agena und Ulle Schauws

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