Inspiring Women: Ivanka Trump?!

Seit März ist Ivanka Trump eine offizielle Beraterin ihres Vaters und US-Präsidenten. Eine definierte Aufgabe hat sie dabei nicht, sie scheint sich aber zur „Frauenbeauftragen“ der Regierung zu entwickeln. In einer Pressemitteilung gaben die Organisator*innen des Women20 Gipfels jetzt bekannt, dass Ivanka Trump bei einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Inspiring women: Scaling up women’s entrepreneurship“ dabei sein wird.

W20 ist ein Forum, das frauenpolitischen Interessenvertreterinnen einen Dialog mit der G20 ermöglichen soll und vom 24-26. April in Berlin stattfindet. Ein Blick auf dessen Webseite lässt schnell erkennen, dass es dem Gipfeltreffen vor allem um die wirtschaftliche Stärkung von Unternehmerinnen geht. Das ist zwar wichtig, vor allem aber für die obersten paar Prozent aller Frauen. Dass zahlreiche Frauen keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Bildung haben, dass hart erstrittene reproduktive Rechte einer neuen Welle von Angriffen ausgesetzt sind und Geschlechterbilder wieder essentialistischer werden scheint für W20 nicht der Rede wert.

Dazu passt Ivankas „Feminismus“ hervorragend. Mit #WomenWhoWork startete sie 2014 eine Kampagne, die arbeitende Frauen zelebrieren will. Mit ein paar „inspirierenden“ Videos ist die Kampagne aber vor allem eins: Werbung für Ivanka und ihre Marke. Sie bedient sich feministischen Forderungen strategisch, um sich als erfolgreiche Unternehmerin und Mutter zu inszenieren. Ihr Twitter-Profil ist voll von Hochglanzbildern mit ihren Kindern einerseits und Forderungen nach Arbeitsmarktintegration von Frauen andererseits. Als reiche, weiße, normschöne Frau kann Ivanka Trump es sich eben leisten, erfolgreiche Unternehmerin und Mutter dreier Kinder zu sein.

Politisch hat sie sich bisher durch die Forderung eines bezahlten sechswöchigen Mutterschutzes eingebracht, den es in den USA skandalöserweise noch immer nicht gibt. Jedoch richtet sich ihr Angebot nicht an Väter und 6 Wochen finanzielle Unterstützung sind für den Großteil der Frauen nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Ihr „Feminismus“ scheint weiß und elitär – so far so uninspiring – die größere Gefahr besteht jedoch in der Rolle, die Ivanka in der Administration ihres Vaters einnehmen könnte.

Während sie öffentlichkeitswirksam bei W20 über die wirtschaftliche Stärkung von Frauen diskutiert, trifft ihr Vater rassistische und sexistische politische Entscheidungen. Bei kritischen frauenpolitischen Themen wie Abtreibung bleibt die „Feministin“ Trump auffällig still und bei Sexismus-Vorwürfen gegen ihren Vater nimmt sie ihn öffentlich in Schutz. Mit einem Kontra von Ivanka bei weiteren Einschränkungen der Rechte von Frauen, People of Color oder Homosexuellen kann also nicht gerechnet werden. Stattdessen hilft ihr „Feminismus“ der US-Regierung sogar bei der Verdeckung von Sexismus und Rassismus. Mich inspiriert Ivanka daher vor allem zu einem: Widerstand (z.B. bei der Gala für Alle am 25.04.)!

 

Ein Paar Worte über...

Esther Hochhäuser
Esther Hochhäuser

Politikwissenschaftlerin und aktuell Praktikantin beim Gunda-Werner-Institut. Begeistert sich für Feminismus und Pinguine - für Kenner*innen ein logischer Zusammenhang.

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