Feministisches Kampfjahr 2017 – Jetzt erst recht

2016 war hart. Sehr hart. Wir alle haben durchgeatmet, als es endlich zu Ende ging. Und jetzt ist 2017. Wir müssen darum kämpfen, dass es wieder besser wird.

Brexit, Trump, Wahlerfolge der AfD, Krieg in Syrien, Umbrüche in der Türkei, tausende Tote an den europäischen Außengrenzen: Wir blicken auf ein Jahr zurück, das uns geprägt hat. Politisch und menschlich.

Der Brexit war eine Zäsur für uns. Als eine Generation, die mit Europa aufgewachsen ist, die Freundschaften über den ganzen Kontinent pflegt, die nur mit einem Personalausweis in der Hand und Rucksack auf dem Rücken durch verschiedene Länder reist, erschüttert uns die Absage an ein gemeinsames Europa.

Wir tauschen uns mit amerikanischen Freund*innen, über Netflixserien, Kochrezepte, Kampagnen zur Eheöffnung aus. Und natürlich fieberten wir auch in der Präsidentschaftswahl mit, standen an der Seite von Hillary oder Bernie und sind fassungslos, dass Pussygrabber Trump gewonnen hat.

Wir bekommen den Krieg in Syrien durch Social Media und geflüchtete Freund*innen, die den Weg nach Deutschland geschafft haben, stark mit, fühlen uns einerseits machtlos und sind am Boden zerstört, andererseits sind wir froh, dass sie leben und möchten sie so gut es geht unterstützen und für sie da sein.

Wir können die Nachrichten über Menschen, die auf ihrer Flucht nach Europa sterben, nicht mehr ertragen.

Wir haben Angst um unsere Freund*innen in der Türkei, die sich gegen Erdogan stark machen, die schwul oder lesbisch oder trans* oder kurdisch oder einfach nur für Menschenrechte sind.

Und 2017 wird nichts automatisch besser, wenn wir nichts dafür tun. Wir können zwar nicht alles toller und besser machen, eine Sache liegt uns für 2017 aber am Herzen: der AfD im Bundestagswahlkampf in die Suppe spucken! Laut Prognosen könnte die AfD zweistellige Ergebnisse einfahren. Unterstützung bekommen sie dabei aus verschiedenen Ecken, deren gemeinsame ideologische Klammer der Anti-Feminismus ist.

Für uns gilt deshalb 2017: Feminismus, jetzt erst recht! Wir werden noch stärker raus aus unseren Bubbles gehen und für einen intersektionalen Feminismus (1) streiten. Wir wollen uns gegenseitig motivieren, die feministischen Vorsätze hoch zu halten und 2017 zum feministischen Kampfjahr machen. Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht überall?
Was wir jetzt tun können

  • “Support your local girl gang”: Wir können uns  einer feministischen Gruppe anschließen oder eine gründen.
  • Uns gegenseitig unterstützen und Solidarität zeigen, auf Social Media und im Alltag.
  • Sexismus im Alltag widersprechen und Gleichberechtigung einfordern.
  • Auf Demos gehen.
  • Mit  Freund*innen und Bekannten über feministische Themen sprechen oder Familienmitgliedern feministische Bücher ausleihen.
  • Andere Diskriminierungsformen mitzudenken. Unterschiedliche Frauen können unterschiedlich von Sexismus betroffen sein, je nach dem ob sie zum Beispiel geflüchtet, behindert, lesbisch, schwarz, trans*, arm, Mütter… sind  erfahren sie vermehrt Diskriminierung.
  • Feministische Kultur und Projekte (Filme, Bands, Theaterstücke) unterstützen.
  • Und uns nicht einlullen von denen, die den Roll-Back etwa durch AfD und Trump normalisieren wollen.
  • Fight back!

Was das Grün-ist-Lila-Team jetzt tut

Das alles, und noch viel mehr. Zum Beispiel viele Texte schreiben und uns austauschen. Bisher haben wir Facebook nicht genutzt, in Erwartung von Hasskommentaren und mangelnder Zeit, das ausreichend zu betreuen. Ab jetzt ändern wir das. Wir wollen auch auf Facebook diskutieren: Mit euch, mit anderen, mit Leuten, die wir noch überzeugen wollen. Wir freuen uns drauf!

 

(1) Intersektionaler Feminismus meint einen Feminismus, der unterschiedliche Formen von Diskriminierung aus Geschlechterperspektive mitdenkt.

Ein Paar Worte über...

Team Gruen ist lila
Team Gruen ist lila

Copyright © 2014 Grün-ist-Lila. Impressum & Datenschutz