Archiv - 2017

Wenig Spaß und schlechte Unterhaltung

Unterhaltung. Wenn es dabei um den Genuss von Film und Fernsehen geht, ist das mit der Unterhaltung für Feminist*innen gar nicht so einfach. Das Warum wurde letzte Woche von einer neuen Studie der Universität Rostock in kalten Zahlen auf den Punkt gebracht: Im deutschen Film und Fernsehen sind zentrale Figuren und Hauptrollen doppelt so häufig männlich – auf jede Frau kommen zwei Männer.

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Grüner 10-Punkte-Plan: 11. Feminismus

CC BY-NC-ND 2.0 by Jay Morrison https://www.flickr.com/photos/artiseverywhere/

 

Die grünen SpitzenkandidatInnen Katrin Göring-Eckhardt und Cem Özdemir haben gestern den “Zehn-Punkte-Plan für grünes Regieren” vorgestellt. Leider fehlt ein Punkt, den ich hiermit nachreiche: Feminismus. Als Regierungsvorhaben formuliert heißt das: “Geschlechtergerechtigkeit endlich verwirklichen!”

Während wir Grüne uns fragen, ob unsere Themen gerade “der heiße Scheiß” sind, ist es mit dem Feminismus fast schon umgekehrt, viele Aktivistinnen machen sich sorgen, dass feministische Slogans zu sehr vom Mainstream vereinnahmt und kommerzialisiert werden. Was bitte beweist besser, dass ein Thema heiß ist, als dass H&M es auf T-Shirts druckt?! Und welche Partei ist feministischer als die Grünen, die sich seit ihrer Gründung explizit für frauen*politische Anliegen engagieren?

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Die Pille als Lifestyle-Produkt. Ernsthaft?

Abbey Lossing pattern pills pill GIF

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Reine Haut und schöne Haare – was nach einem Versprechen der Werbebranche klingt, dient regelmäßig als Argument für Gynäkolog*innen, hormonelle Verhütung zu verschreiben. Die Mehrheit insbesondere junger Frauen greift auf die Pille zurück. Sie gilt als besonders sicher und einfach zu handhaben, der sogenannte Zyklus (ein richtiger Zyklus findet ja gar nicht mehr statt, sondern wird dem Körper nur noch vorgetäuscht) werde regelmäßiger, die Menstruation weniger stark und eventuelle Schmerzen nähmen ab. Außerdem wird mit der Aussicht auf anwachsende Brüste, weniger Akne und Körperbehaarung gelockt. Was von Pharmaindustrie und Gynäkolog*innen als All-in-one-Lifestyle-Produkt angepriesen wird, dient bei näherer Betrachtung vor allem der Abwertung der Körper von Frauen*. Was einst als Durchbruch zur sexuellen Selbstbestimmung von Frauen* gefeiert wurde, dient heute dem Zwang zur Selbstoptimierung entlang sexistischer Leitbilder sowie der Entfremdung vom eigenen Körper.

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Inspiring Women: Ivanka Trump?!

Seit März ist Ivanka Trump eine offizielle Beraterin ihres Vaters und US-Präsidenten. Eine definierte Aufgabe hat sie dabei nicht, sie scheint sich aber zur „Frauenbeauftragen“ der Regierung zu entwickeln. In einer Pressemitteilung gaben die Organisator*innen des Women20 Gipfels jetzt bekannt, dass Ivanka Trump bei einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Inspiring women: Scaling up women’s entrepreneurship“ dabei sein wird.

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Verhütung darf kein Luxus sein

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Als ich mit 16 Jahren zu meiner Gynäkologin gegangen bin und nach der Pille verlangt habe, kam ich mir emanzipiert vor. Heute, sieben Jahre später, werde ich mir darüber bewusst, wie wenig ich aufgeklärt wurde über verschiedene Formen von Verhütung und ihren Einfluss auf meinen Körper. Von selbstbestimmtem Handeln kann da keine Rede sein. Der Zugang zu Verhütungsmitteln gilt als feministischer Erfolg, doch viel darüber gesprochen wird nicht. In einer Gesellschaft, in der Menstruationsblut igitt ist und Sex trotz Übersexualisierung im Alltag doch eher Privatsache, scheint kein Raum für Aufklärung. Wir müssen anfangen über die Kosten von Verhütungsmitteln zu reden.

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Die Luftnummer der simulierten Lohngerechtigkeit: Wie Ministerin Schwesig Geschlechtergerechtigkeit vortäuscht

Es ist  so weit. Die Regierungsparteien verabschiedeten mit ihrer üblichen großen Koalitionsmehrheit ein Gesetz, das eigentlich Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern herstellen wollte. Doch in Wahrheit gibt es mit diesem Gesetz alles andere, aber bestimmt nicht gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit. Nicht einmal Transparenz bei Lohn und Gehältern stellt das Gesetz her. Denn es ist nichts anderes als eine große Luftnummer. Dieses Gesetz aus dem Hause der Frauenministerin Schwesig täuscht politisches Handeln bloß vor. Transparenz und Lohngerechtigkeit werden hier nur simuliert.

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