Das Bonner Frauenmuseum muss bleiben

„Frauenpower für die neue Zeit“ war 2009 meine erste Veranstaltung im Bundestagswahlkampf im Frauenmuseum. Ein passender Ort, um über Feminismus und die Rolle der Frau in der Gesellschaft zu diskutieren. Dieses Museum erzählt Geschichte aus einer weiblichen Sicht, es vernetzt, bietet eine Plattform und informiert. Nun steht das Frauenmuseum absehbar vor dem Aus. Das müssen wir verhindern.

Viele spannende Veranstaltungen konnte ich zwischenzeitlich im Frauenmuseum mitgestalten oder durchführen – besonders in Erinnerung ist mir die Diskussionsrunde zur UN-Resolution Frauen, Frieden, Sicherheit mit meiner ehemaligen Kollegin Kerstin Müller und Monika Hauser von Medica Mondiale geblieben. Damals wie heute: Das Frauenmuseum ist eine wichtige Institution in Bonn. 1981 gegründet war es weltweit ein Unikat, heute ist es international mit anderen Frauenmuseen gut vernetzt. Welch ein Schatz das Museum ist, bezeugen die 700 Ausstellungen, die seit der Gründung dort organisiert wurden. Und im Reformationsjahr 2017 wird es weitergehen. Eine Ausstellung über Martin Luthers Ehefrau, Katharina von Bora, ist geplant. In den letzten 25 Jahren ist das Archiv gewachsen. Es ist einzigartig. Und immer noch wird die Arbeit vor allem durch ehrenamtliches Engagement gestemmt. Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung dieser Institution reicht weit über die Stadtgrenzen von Bonn hinaus.

Doch dem Frauenmuseum droht das Aus. Die Stadt Bonn hat beschlossen,  die Förderung von 120.000 Euro auf Ende 2018 zu beenden.  Allerdings  gehen 100.000 Euro der städtischen Förderung als Miete an die Stadt zurück; also aus der rechten Tasche unmittelbar in die linke. Und hier lohnt es sich anzusetzen. Um das Frauenmuseum zu retten, wurde Anfang des Jahres eine gemeinnützige „Stiftung sichere Zukunft – Museum der Frau gGmbH“ gegründet. Ihr Ziel: Gelder für den Erhalt des Museums zu sammeln. Was liegt näher als das Museum von der Stadt abzukaufen. Das Gelände und Gebäude unterliegt einer kulturellen Nutzungseinschränkung. Die Stadt will rund eine Millionen Euro dafür.

Deswegen habe ich mit meinen Bonner Kolleginnen von unterschiedlichen politischen Ebenen einen interfraktionellen Aufruf gestartet. Wir wollen auf diese prekäre Situation aufmerksam machen und das Frauenmuseum retten. Denn wie die Frauengeschichte zu Bonn gehört, so gehört das Frauenmuseum zu Bonn. Darum rufen wir gemeinsam dazu auf, für das Frauenmuseum zu spenden. Zeigt Euch solidarisch und helft uns dabei. Jeder Euro zählt. Denn auch nach 2018 möchte ich für Feminismus streiten – im Frauenmuseum, anderswo und überall.

Ein Paar Worte über...

Katja Dörner
Katja Dörner

Stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN. Wenn Katja nicht gerade in Berlin ist, ist sie am liebsten in ihrer Herzensstadt Bonn.

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