Archiv - Oktober 2016

Intersex Awareness Day – Denn wir alle sind verschieden!

Heute, am 26. Oktober, ist der Intersex Awareness Day, oder Welttag der Intersexualität. Mareike hat einen Blick auf die Debatte geworfen und ein paar Gedanken aufgeschrieben.

Anfang des Jahres 2012 hat der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zu Intersexualität veröffentlicht, darin heißt es, dass „der Grundsatz zu gelten hat, dass jeder Betroffene, sofern es um seine eigene Geschlechtlichkeit geht, sich in eigener Verantwortung zu entscheiden hat.“ Bis hierher war es ein langer Weg, der hauptsächlich von Betroffenenverbänden gegangen wurde. Auch in der Stellungnahme wird das Thema Intersexualität nach wie vor als medizines Thema behandelt, der Ethikrat geht aber darüber hinaus und behandelt auch Fragen nach vielfältigen Geschlechtsidenitäten. Und stellt durchaus die Selbstbestimmungsrechte der Betroffenen in den Vordergrund – ein Novum.

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Liebe Carolin Emcke… – Ein Dankesbrief

Es gibt so viele Hassnachrichten. Warum nicht mal einen Dankesbrief schreiben?

 

Liebe Carolin Emcke,

ich wollte Ihnen eigentlich schon vor einem Jahr schreiben. Da habe ich Ihr Buch „Wie wir begehren“ gelesen und ich wollte mich dafür bedanken, dass Sie dieses Buch geschrieben haben und Ihnen mitteilen, wie viel es mir bedeutete. Aber dann konnte ich keine Kontaktdaten finden und so habe ich die Idee verworfen, mit der Vermutung im Hinterkopf, dass Sie, weil Sie so großartige Arbeit machen, wahrscheinlich so oft positives Feedback bekommen, dass meine Nachricht gar nicht aufgefallen und ohnehin nichts Neues für Sie wäre.

Heute habe ich in dem Interview, das Sie dem Deutschlandradio auf der Frankfurter Buchmesse gegeben haben, gehört, dass Sie seitdem „Gegen den Hass“ erschienen ist, viel Hasspost erreicht. Wenn hasserfüllte Menschen das können, irgendwo einen Brief hinschicken und der erreicht Sie, dann kann ich das auch und wenn hasserfüllte Menschen das machen, ihren Hass hemmungslos gegen Sie richten, dann möchte ich das Gegenteil tun und wenn ich damit nur eine von vielen bin, die – besonders in den vergangen Tagen und Wochen – einmal mehr Ihre Arbeit lobt, dann ist das ein gutes Zeichen. Eines dafür, dass wir viele sind, die dem Hass etwas entgegen setzen wollen. mehr lesen

Lustvoll Nein-Sagen

“Danke fürs Angebot, aber gerade nicht”  – Es gibt viele Wege, Nein zu sagen.
 CC-SA 2.0 by Scott Beale / Laughing Squid

Nein-Sagen ist in unserer Gesellschaft tabuisiert. Nein gilt als unbequem, unhöflich, störend, im Bereich der Sexualität außerdem als unsexy, prüde, kompliziert. Nein-Sagen macht so meistens keinen Spaß und kostet immer wieder viel Kraft.

Mich interessiert aber ein Umgang miteinander, der einvernehmlich ist. Wie stellen wir gemeinsam Atmosphären her, die sich wohlwollend, willkommenheißend und wertschätzend anfühlen, so dass Menschen sich trauen zu sich zu stehen, sich zu zeigen  und ihr Potential zu entfalten? Wie schaffen wir einen Raum, in dem es sich angenehm oder sogar lustvoll anfühlt, Nein, aber auch Ja zu sagen? Ich glaube, dass die meisten Menschen danach Sehnsucht haben.

Das Entstehen von  solchen  Atmosphären ist oft ein Kreislauf: Je mehr Menschen in einem Raum sich trauen sich zu zeigen und zu sich zu stehen (oder auch „authentisch zu sein“), sich verletzlich zu zeigen, wohlwollend mit anderen umzugehen, Begegnungen und Dynamiken aktiv zu gestalten, desto mehr entsteht eine Atmosphäre, die andere einlädt das Gleiche zu tun.

Ein ganz wichtiger Teil davon ist Nein-Sagen. Das gilt im öffentlichen Leben, aber auch in der Sexualität. mehr lesen

Längst überholt?! Nix da. Wir kämpfen immer noch.

Bündnis 90 / Die Grünen im Jahre 2016: Frauen und Männer sind gleichberechtigt und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine Selbstverständlichkeit. Wirklich?

Warum das Private halt doch politisch ist

Unsere Partei feiert 30 Jahre Frauenstatut. Dreißig Jahre Einsatz für die gleichen Rechte. Mit Quote, Doppelspitze, quotierten Redelisten und und und… Gesellschaftlich streiten wir dafür, dass Frauen wie Männer das gleiche Geld verdienen, dafür dass beide ihre Jobs mit der Familienplanung in Einklang bringen können und gleichberechtigt Verantwortung übernehmen. Ist doch in unserer Partei schon lange selbstverständlich, oder?

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Sexismus bei den Grünen, quo vadis?

Isso. Und zwar in allen Parteien. Und auch sonst.
CC BY-NC-ND 2.0 Christian Mayrhofer

Sexismusdebatten sind auch immer ein bisschen ein Déjà-vu. Alles schon mal dagewesen; sexistischer Spruch, Kritik daran, und schon kommen die „man wird ja wohl noch mal Titten kommentieren dürfen“-Verfechter hervorgesprungen.

Sexismusdebatten, bei denen es um Sexismus in Parteien geht, führen direkt zu Distanzierungstänzchen. Sexismus? In der eigenen Partei? Nee. Im eigenen Laden gibt es höchstens „missglückte Komplimente“ oder „gewisse geschlechtsspezifische Ausschließungsmechanismen“ wie nächtliches Skat spielen oder eben gar keinen Sexismus, denn man selbst hat in 27 Jahren Parteimitgliedschaft noch keinen erlebt. Kein Sexismus, nirgends. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. mehr lesen

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