Sommer Lektüre

Es ist Sommer. Zeit, ein bisschen zu entspannen. Zeit, ein bisschen zu lesen, nur was? Unser Blogteam hat ein paar Leseempfehlungen für euch zusammengestellt.

Buch

„Die juristische Unschärfe einer Ehe“

Olga Grjasnowa
Leyla, Altay und Jounoun sind die Charaktere. Berlin, Moskau und Aserbaidschan die Schauplätze. Illegale Autorennen in Baku, Ballett am Bolschoi und eine Scheinehe. Liebe, Sehnsucht und Gegensätze. Drei Menschen, drei Lebensgeschichten und eine Beziehung. All das verbindet Olga Grjasnowa in „Die Juristische Unschärfe einer Ehe“. Auf der Bühne des Maxim Gorki Theaters ist es bald als Bühnenfassung zu sehen. Dort läuft bereits „Der Russe ist einer, der Birken liebt“, das Debüt der Autorin. Mehr zum Buch gibt’s hier und hier.

 

“Weil ein Aufschrei nicht reicht – Für einen Feminismus von heute”

Anne Wirorek
Über #aufschrei bekannt geworden, ist Anne Wizorek zu einer wichtigen Stimme des jungen Feminismus geworden. Ihr Buch gibt einerseits einen guten Ein- und Überblick über aktuelle feministische Debatten und zeigt gleichzeitig auf, wo welche Potentiale der Vernetzung, Solidarität und Engagement in der feministischen Bewegung liegen. Eine gute Sommerlektüre, insbesondere für alle die, tiefer einsteigen wollen und sich von diesem Buch in andere Debattenstränge treiben lassen wollen. Feminismus, fuck yeah!

 

“Der Tag, als meine Frau einen Mann fand”

Sibylle Berg
Jaja, im Prinzip ist Sibylle Berg lesen ein wenig, wie freiwillig kotzen gehen, oder sich zumindest ordentlich am Zäpfchen zu kitzeln. Berg gibt die unromantischsten Einblicke ever ins Denken und Fühlen zweier Menschen und provoziert dabei eine Authentizität, die kaum zu ertragen ist. Dieses Buch reißt einen mit in die Gedankenwelt eines Paares, dass sich seiner so sicher ist – oder war – und schildert den Zwiespalt zwischen Freisein und Bindung, Loyalität und Anonymität. Irgendwie gerät man selber beim Lesen in ein Gefühlschaos. Doch am Ende war es schön, das Buch gelesen zu haben. Tat irgendwie gut.

 

„Mein Iran“

Shirin Ebadi
Ein Buch von und über eine unglaublich mutige und starke Frau. Shirin Ebadi war die erste iranische Richterin, bis sie nach der Iranischen Revolution 1979 ihres Amts enthoben wird: falsches Geschlecht. Shirin wird verfolgt, gedemütigt, eingesperrt und kämpft dennoch weiter für Menschenrechte, vor allem für Frauen- und Kinderrechte. 2003 erhält sie dafür als erste Muslima den Friedensnobelpreis. In ihrer Biografie berichtet sie über all das und noch viel mehr. Entspannend ist das nicht. Immer dann, wenn gerade Hoffnung aufkeimt, es könnte sich doch noch etwas zum Guten wenden, kommt ein neuer Rückschlag. Es gibt auch kein Happy End. Es hört einfach auf, mittendrin. Was bleibt sind Wut, Verzweiflung und Bewunderung für das Durchhaltevermögen dieser Frau.

 

“The Women’s Room”

Marylin French
Ein Buch nicht frei von autobiographischen Zügen: Marylin French portraitiert weiße Mittelschichtsfrauen im Amerika der 50er – 70er Jahre. Die Protagonistin Mira heiratet früh, bekommt Kinder, trifft sich mit Freundinnen zum Wein trinken. Cleaning, cooking, caring. Den ganzen Tag, dein ganzes Leben. Die Vorstadthölle von Mira und ihren Freundinnen ist geprägt von Langeweile und Verboten, von Frustration und Gewalt durch (Ehe)Männer. Mira entflieht diesem Heim- und Herdalltag, studiert, macht als eine der ersten Frauen ihren PhD in Harvard. Ihre Freundinnenschaften prägen sie und begleiten sie durch das Buch. Marylin French porträtiert nicht nur Frauenschicksale, sondern auch eine Gesellschaft, die Frauen hasst.
Das Buch lohnt, vor allem für diejenigen, die die feministischen Kämpfe dieser Jahrzehnte nicht mitbekommen haben. Im Hinterkopf behalten sollte man beim Lesen, welche Perspektiven nicht gezeigt werden. Das Buch ist nämlich nicht nur eine Zeitzeuginnengeschichte, sondern auch Spiegel einer feministischen Bewegung, die sich vor allem um weiße, wohlhabende Frauen drehte.

Ein Paar Worte über...

Team Gruen ist lila
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