Feminismus? Sexismus? Toleranz? – Unsere Lieblingsvideos

Debatten über Gleichstellung haben Hochkonjunktur! Gleichstellung von Männern und Frauen, von Homosexuellen, Bisexuellen und Heterosexuellen, von Cisgender und Transgendermenschen. Laurie Penny tourt durch Deutschland, die Irinnen und Iren öffnen per Referendum die Ehe und in zahlreichen Städten (es sollten noch viel, viel mehr werden) tauchen kunterbunte CSD Paraden die Straßen in Regenbogenfarben.

Zu diesem Anlass haben wir einige unserer feministischen und LSBTTIQ Lieblingsvideos gesammelt, um die vielen Künstler*innen, Kreative, Autor*innen, Filmschaffende, Aktivist*innen und YouTuber*innen zu feiern, die all diese Debatten auf ihre eigene Art und Weise bereichern. Ein Hoch auf alle, die unsere heißen Sommertage feminisieren und verqueren.  Auf dass die Hoch-Zeit gleichstellungspolitischer Debatten sich lautstark dem polternden, verstaubten Roll-Back in unserer Gesellschaft entgegenstellt.

Tolerant? Sind wir selber

Die Autorin Dr. Carolin Emcke und die Regisseurin Angelina Maccarone entwickelten 2014 für die Heinrich Böll-Stiftung das wundervolle Projekt „Tolerant? Sind wir selber“. Entstanden sind drei Kurzfilme, die auf äußerst charmante Art und Weise aufzeigen, wie paradox der Toleranzbegriff im Kontext von Diskussionen über Gleichberechtigung und Akzeptanz ist. Die Böll Stiftung schreibt dazu auf ihrer Webseite: „Toleranz ist immer das Tolerieren von etwas, das man ablehnt. „Tolerant? Sind wir selber“ will diesen Blick, diese Asymmetrie, die dem Reden über die Gleichstellung von Schwulen und Lesben innewohnt, spielerisch unterwandern.“

Tolerant? Sind wir selber #1

 

Feminismus? Wozu?

Teilzeitnerd erklärt „Weshalb wir Feminismus brauchen“…

 

…ebenso wie die Laci Green, die in „Why I am a feminist“ innerhalb von knapp über vier Minuten mehr als fünfzig Gründe aufzählt, warum sie Feministin ist.

Lacigreen Why I am a feminist

 

Tolerant? Sind wir selber

Weil es gerade so schön war, noch einmal…

Tolerant sind wir selber #2

 

Gay men will marry your girlfriends – gay women will marry your boyfriends

Die Ehe für alle ist zwar in der deutschen Politik derzeit ein sehr aktuelles Thema, tatsächlich besteht die Forderung– wie so viele – aber schon seit einer gefühlten Ewigkeit. 2012 veröffentlichte College-Humor ein Video dazu. Das ironisch gemeinte Hauptargument für die Öffnung der Ehe ist darin grob gesagt: „Liebe heterosexuelle Männer, wenn ihr gegen die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare seid, dann heiraten wir euch eben eure Freundinnen weg.“ Das Video hat inzwischen über 11,5 Millionen Klicks.

Gay men will marry your girlfriends

 

In Antwort auf das Video der schwulen Männer produzierten die lesbischen Frauen vom „Gay women Channel“ nur drei Tage später das Video „Gay women will marry your boyfriends“ mit inzwischen über 6,2 Millionen Klicks.

Gay women will marry your boyfriends

 

First gay hug

Eine noch beliebtere Produktion des Gay women Channels war nur die Parodie auf das Video „First Kiss“, das sich im März 2014 viral verbreitete und inzwischen über 104 Millionen Mal gegeklickt wurde. „First gay hug (A Homophobic Experiment)“ hat im Gegensatz dazu leider nur 6,7 Millionen Aufrufe, hält dafür aber der Gesellschaft einen längst überfälligen Spiegel vor.

First gay hug

 

Oppressed Majority

Einen Spiegel hält auch Eleonore Pourriat der Gesellschaft vor. Ähnlich wie beim Projekt „Tolerant? Sind wir selber“ arbeitet sie in „Oppressed Majority“ mit der Umkehrung bestehender Verhältnisse ins Gegenteil. In dem französischsprachigen Video wird dargestellt wie ein Mann Opfer von Alltagssexismus wird, welcher von Frauen ausgeht. Anfang 2014 erzeugte Eleonore Pourriat damit sehr viel Aufsehen und war dabei auch unter Feminist*innen nicht unbestritten, wie in dieser Kritik im Missy Magazine deutlich wird. Insgesamt wurden ihre Videos – mit und ohne englischen Untertitel – über 13,5 Millionen Mal angesehen. Übrigens: in manchen Ländern wird das Video mit der Begründung “This video may be inappropriate for some users”, blockiert. Klar, es kommen schließlich mit freiem Oberkörper joggende Frauen darin vor.

Oppressed Majority 

 

10 Hours of Walking in NYC as a Woman

Ähnlichen Wirbel erzeugte vergangenen Herbst „10 Hours of Walking in NYC as a Woman”, in dem es ebenfalls um Alltagssexismus geht.

10 Hours of Walking in NYC as a Woman

 

Tariks Genderkrise

Doch nicht nur die internationale YouTuber*innenwelt hat so Einiges zu bieten. Aus Berlin v-bloggt Tarik auf dem YouTube-Kanal „Tariks Genderkrise“ seit Anfang diesen Jahres über Sexismus in der Bild und Homoehe, erklärt „Genderstudies beißen nicht“ und nominiert „Der/Die/Das Depp des Monats“.

Stop Bild Sexim

 

Tolerant? Sind wir selber

Und zum Schluss gibt es “Tolerant? Sind wir selber” Nummer drei.

Tolerant sind wir selber #3

 

 

Ein Paar Worte über...

Johanna Braun
Johanna Braun

Setzt sich für Chancengerechtigkeit und Menschenrechte ein und spielt begeistert American Football.

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