Frauen machen Politik: Grüner Girls Day 2015

Wir haben zwar eine Bundeskanzlerin, aber der Frauenanteil im Bundestag liegt immer noch unter 40 Prozent. Uns GRÜNEN ist es wichtig, dass sich das ändert. Denn Politik braucht die Perspektive von Frauen und Mädchen. Deswegen haben wir auch dieses Jahr beim bundesweiten Girls Day mitgemacht und fünf Mädchen in unsere Geschäftsstelle eingeladen, um mit ihnen über Politik zu diskutieren, über politische Berufe zu sprechen und gemeinsam für Grün ist Lila zu bloggen. 

Das urgrüne Thema, die Frauenquote, wurde diskutiert.

Die Hälfte der Macht den Frauen

“Ich finde, dass die Frauenquote sehr sinnvoll ist, weil sonst die Frauen kaum zu Wort kommen und nicht in wichtige Positionen eingestellt werden. Das führt auch nicht zu einer Unterdrückung der Männer, da diese durch die Rollenverteilung schon zu mehr Durchsetzungsvermögen erzogen sind. Gerade bei Themen, die hauptsächlich Frauen betreffen, sollten fast nur Frauen an der Diskussion mitbestimmen und nicht Männer über sich entscheiden lassen.” (anonym, 14)

Wir haben über Geschlechter- und Rollenbilder diskutiert. Dass manche Männer sich etwas schwer tun damit, Privilegien abzugeben, leuchtet ja noch ein. Aber dass auch Frauen antifeministische Positionen vertreten, fand unsere Diskussionsrunde absurd.

AfD – Frauen gegen Feminismus?!

“Beatrix von Storch ist eine sehr konservativ geprägte Frau, die Mitglied und Sprecherin der AfD ist. Sie setzt sich witzigerweise für die “Unterdrückung” der Frau ein und will diesen primitiven Lebensstil auch tatsächlich leben und hier in Deutschland durchsetzen. Ich finde es äußerst witzig und anderseits unendlich traurig zu sehen, wie eine Frau ihr eigenes Geschlecht unterdrücken will und sich tatkräftig dafür einsetzt. Dies zeigt, dass sie sehr eingeschränkt in ihrer Denkweise ist und das Leben nur von einer Seite sieht.” (Martha, 17)

Außerdem haben wir über ein Burkaverbot diskutiert und waren uns einig, dass ein Verbot hier niemanden hilft. 

Burka-Verbot?!

“Später kamen wir in unserer Diskussion auch auf das heikle Thema des Burka-Verbots. Insbesondere die CDU fordert die Abschaffung der Burka, da sie, wie die CDU-Vorsitzende Julia Klöckner erklärt, ihrer Meinung nach “nicht für religiöse Vielfalt, sondern für ein abwertendes Frauenbild steht”. Sicherlich kann die Burka ein Zeichen von Unterdrückung sein – trotzdem muss man sich fragen, inwiefern ein Gesetz, das die Frauen in ihrer Entscheidungsfreiheit einschränkt, hilft, die Unterdrückung von Frauen zu verhindern. Zugegeben: Gleichberechtigung ist – besonders wenn dabei verschiedene Kulturen und Religionen geachtet werden wollen – ein schwieriges Thema. Da ist es angenehm zu sagen: “Verbieten wir doch die Vollverschleierung, dann werden diese Frauen bestimmt im Handumdrehen gleichberechtigt sein.” Doch ein Burka-Verbot würde nicht für Gleichberechtigung sorgen, sondern für viel mehr Probleme. Denn bei einer Durchsetzung des Verbotes gäbe es zwar keine Verbesserung, aber einen Unterschied zur jetzigen Situation: Das “Problem” würde als gelöst gelten und die weiterhin betroffenen Frauen würden keine weitere Beachtung und Unterstützung erfahren.

Leider, liebe CDU, ist die Gleichberechtigung nicht nur ein Thema von Kleidung, sondern vor allem von Wertvorstellungen, die in den Köpfen verankert sind. Um wirklich Gleichberechtigung zu schaffen, brauchen wir eine Gesellschaft, in der man Verbote, wie das der Burka, nicht braucht, weil Frauen eine andere Freiheit haben, Sexismus nicht mehr Alltag ist und die Burka nicht als Zeichen der Unterdrückung, sondern als Zeichen der Entscheidungs-, Meinungs- und Religionsfreiheit zu sehen ist.” (Lisanna, 14)

Wir haben nicht nur über Politik gesprochen, sondern auch über unseren Alltag. Dazu gehören leider auch überholte Geschlechterstereotype und Rollenbilder, zum Beispiel in der Schule.

Sexismus in der Schule

“In meiner Bio-Klasse kommt es oft vor, dass der Lehrer fragt: “Könnte ich bitte drei starke Männer zum tragen helfen haben?”. Ich verstehe aber nicht, wieso die Mädchen nicht mithelfen können. Ich bin nicht weniger stark als manche Jungs. Was auch oft vorkam ist, dass eine Lehrerin meine Freundin angeschrien hat, dass man im Hochsommer ihren BH sehen konnte und es für die Jungs Ablenkung ist und sie sich was Richtiges anziehen soll. Doch anstatt den Mädchen ihre Kleidungswahl einzuschränken, sollte man manchen Jungs beibringen, sich nicht so einfach ablenken zu lassen.” (Jolanda,15)

Aber warum überhaupt am Girls Day zu den Grünen? Wir haben in die Runde gefragt, Wilma hat geantwortet.

Am Girls Day zu Bündnis 90 / Die Grünen?

“Als ich das Angebot im Internet fand, war ich sofort begeistert, da ich mich schon immer sehr für Politik interessiert habe. Auch wollte ich gerne wissen, wie die Grünen zu Frauenpolitik stehen und wie sie sich dafür einsetzen. Also meldete ich mich dafür an.

Als ich dann bei der Bundesgeschäftsstelle ankam, wurde ich sofort sehr nett begrüßt und durfte mich in den Pressesaal setzen. Dann kamen auch schon die anderen Mädchen, die sich dafür interessiert und angemeldet haben. Bei Kaffee und Kuchen haben uns Gesine Agena, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Anne Heiland, Charlotte Obermeier, Claudia Schlenker und Mila Erdmann vieles über Frauenpolitik erzählt und wir haben lange über Dinge wie die Definition von Feminismus diskutiert. Simone Peter, die Bundesvorsitzende der Grünen, hat uns eine kleine Einführung in die Grüne Geschlechterpolitik gegeben. Ich hatte einen sehr positiven Eindruck von dem Denken der Grünen. Unsere Fragen wurden gut beantwortet und ich hab in nur einem halben Tag schon ein viel besseres Bild für was die Grünen stehen. Vielen Dank!” (Wilma, 14)

Ein Paar Worte über...

Charlotte Obermeier
Charlotte Obermeier

Ist Serienjunkie & kennt alle berühmten Internetkatzen. Mag Roboter & Zeitreisen. Sprecherin der Grünen Jugend Berlin. @MissCharlez

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