Archiv - 2014

Fiktiver Jahresausblick

Statt Rückblick: Was wir uns für 2015 wünschen. 

Januar

Im Novemeber 2014 beschloss der Europäische Arzneimittelausschuss, das Notfallverhüthungsmittel (Pille Danach) “Ellaone” als rezeptfrei einzustufen. Besser spät als nie fällt Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im Januar auf, dass es eine ziemlich gute Idee ist, die Pille Danach für alle zugänglich zu machen. Er führt auch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen für Minderjährige und Geringverdiendende ein. Alle finden das super, nur Jens Spahn kommt immer noch nicht auf körperliche Selbstbestimmung von Frauen klar und befürchtet wilde Smartie-Exzesse.

Suck it, Jens! Smartie-Party!

Suck it, Jens! Smartie-Party!

 

Februar

Im Februar wird die Abschaffung des Ehegattensplittings beschlossen. Statt Alleinverdienerehen steuerlich zu belohnen, sollen künftig verschiedene Lebens- und Familienmodelle gleichberechtigt und ohne Wertung nebeneinander existieren können.

Ehegattensplitting? Is that stupid shit still around?

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So nicht, liebe Julis! Bitte mehr Respekt für die Quote!

Der Vorsitzende der Jungen Liberalen echauffiert sich. Ihn regt das angekündigte 30-Prozent-Quötchen in Aufsichtsräten auf. Er meint: „Die Zeiten, in denen Frauen in Chefetagen als wirtschaftlich schwaches Geschlecht galten, sind längst vorüber.“ Deswegen bräuchte man keine Frauenförderung. Dabei hat selbst die CDU in ihrem erst auf dem Parteitag in Köln veröffentlichen Gleichstellungsbericht zugegeben, dass „ in den deutschen Dax-Unternehmen der Anteil von Frauen in den Vorständen sogar noch gesunken ist – von knapp 8 auf unter 6 Prozent. Frauen in Top-Positionen bleiben also eine Ausnahme.“ 6 Prozent! Eine verschwindende Minderheit und Ausdruck einer enormen Geschlechterungerechtigkeit, die immer noch in unserer Gesellschaft vorherrscht. Aber ein Mann regt sich natürlich über die Quote auf.

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Was passiert an der Grenze zu Kobane?

Eindrücke aus Suruc (21.11. – 25.11.2014).

Dies ist der Versuch, meine Eindrücke aus der türkisch-syrischen Grenzregion zusammenzufassen und Informationen zu teilen. Ich möchte damit daran erinnern, dass dort weiterhin Krieg geführt wird und dass wir uns mit dieser brutalen Realität auseinandersetzen müssen. Ich lebe und arbeite in Istanbul und bin vom 21.11. – 25.11.2014 in die Stadt Suruc gereist, um die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Die Region lässt sich nur schwer als türkisch bezeichnen. Alltagssprache ist Kurdisch, die gewählte Partei mit großer Mehrheit die kurdische BDP. Bürgermeister_innen und Dorfverantwortliche in Suruc und vielen umliegenden Städten sind daher BDP Partei-Mitglieder. Wann immer ich mit den Menschen vor Ort in Kontakt komme ist eine der ersten Fragen, warum ich kein Kurdisch spreche. Ein direkter Hinweis darauf, dass ihre Identität eine andere ist, als jene, die durch die Politik der Türkischen Regierung durchzusetzen versucht wird.

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Lieber Papst, dieser Tag gehört uns….

Heute war der Papst im Europäischen Parlament. Heute ist der 25. November. Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen.

Ein schlechteres Datum für den Besuch des Papstes hätte es nicht geben können. Denn, obwohl dieser Papst – im Gegensatz zu seinem Vorgänger – immer wieder als progressiv und offen für Veränderung der Kirche dargestellt wird, hat er den heutigen Tag genutzt, Frauen in ihrer Selbstbestmmung einzuschränken und Abtreibung zu verurteilen. mehr lesen

Die Zeit der Schmetterlinge – Zeit, NEIN zu sagen gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November 1960 wurden die Widerstandskämpferinnen Minerva, María Teresa und Patria Mirabal durch den Geheimdienst der Dominikanischen Republik ermordet. Die drei Schwestern, auch bekannt als „Las Mariposas“, die Schmetterlinge, versuchten mit der Oppositionsbewegung „14 de Junio“ den Militärdiktator Rafael Leónidas Trujillo zu stürzen. Obwohl sie mehrmals inhaftiert, gefoltert und vergewaltigt wurden, gaben sie nicht nach, verrieten nie ihre Verbündeten. Trujillo ließ die drei Frauen schließlich entführen und ermorden. Ein Autounfall, so versuchte man es in den Zeitungen zu verkaufen. Doch die dominikanische Öffentlichkeit ließ sich nicht täuschen: Kurze Zeit später kam es endlich zur Revolution. Las Mariposas wurden posthum zu Nationalheldinnen. mehr lesen

Toleranz ist die falsche Utopie

Toleranz: ein Begriff, der immer wieder auftaucht, im Zusammenhang mit Religionen, Weltanschauungen und Lebensentwürfen, Sexualität, Behinderungen und Menschen, die nicht aussehen, wie Biodeutsche. Die ARD veranstaltet derzeit eine ganze Woche zu diesem Thema. Bereits im Vorfeld ist das Konzept an einigen Stellen umstritten, hier eine Stellungnahme der ARD. Gleichzeitig widmet auch die Süddeutsche Zeitung dem Thema ein eigenes Rechercheprojekt.
Toleranz tritt als etwas Positives auf, in Abgrenzung zu Intoleranz. Aber nicht nur das: Toleranz wird auch als Gegenstück zu Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung verkauft – und hier liegt der Denkfehler.

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